Bei vielen Menschen ist das Nachhaltigkeitsbewusstsein in den letzten Jahren insgesamt gestiegen und dennoch zeigen Studien, dass sich dies nicht in einer nachhaltigeren Praxis ausdrückt. Und auch ein „grüner“ Kapitalismus schreibt bestehende Ausbeutungsstrukturen und Wachstumsorientierung fort.

Daher halten wir es für notwendig, bestehende Narrative zu Nachhaltigkeit kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zugunsten einer echten Nachhaltigkeit, die alle mitdenkt, zu verändern. Wir sind davon überzeugt, dass es nicht ausreicht, eine gesellschaftliche Transformation zu einer solidarischeren und nachhaltigen Gesellschaft auf individuelle Verhaltens- bzw. insbesondere Konsumweisen abzuwälzen. Denn die Erzählung von der Transformation durch eine ökologischere Art des Konsums verkennt, dass eine grundsätzliche Lösung für Herausforderungen unserer Zeit auf System-Ebene gedacht werden muss.

Die Initiative “Kritische Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis” entsteht aus dem Wunsch, neben dem solidarischen Mitgliederladen “ÖkoEsel” genau diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit der Initiative möchten wir den Spielraum eröffnen, über individuelle Verhaltensweisen hinaus gesellschaftliche Umstände für ein Leben in Nachhaltigkeit zu diskutieren und zu erproben. 

Unser Ziel ist es, den gegenwärtigen Nachhaltigkeitsdiskurs kritisch zu beleuchten, gemeinsam zu analysieren und zu reflektieren, um daraus andere Methoden und Auswege zu finden. Grundlegende Frage ist hier:

Warum findet die sozial-ökologische Transformation nicht statt? 

Letzte Veranstaltungsreihe

Ökologie, Krise und Kapitalismus – Ist eine andere Welt noch möglich?

Dieser Fragestellung wollen wir uns, insbesondere in Bezug auf die derzeit zahlreichen Krisen, an insgesamt fünf Veranstaltungstagen auf ganz unterschiedliche Art und Weise annähern. Dazu werden wir uns nicht nur gemeinsam mit den Narrativen und Widersprüchen eines »Grünen Kapitalismus« auseinandersetzen, sondern auch der Frage nachgehen, warum die gesellschaftlichen Verhältnisse oftmals als nicht veränderbar betrachtet werden. Abschließend wollen wir versuchen, Lösungsansätze zu formulieren, um letztlich gemeinsam einen optimistischen Ausblick zu wagen. Wir freuen uns auf Euer Kommen!

6. November 2022, 19-21.30 Uhr, Ort: Schwere Reiter

Grüne Einkaufsratschläge und schlechtes Gewissen – Was ›Konsumkritik‹ ist und warum sie scheitern muss

Dimitra Kostimpas (Soziologin) 

In Anschluss an unsere erste Veranstaltung mit Stephan Lessenich wird sich hier von Dimitra Kostimpas kritisch mit der im öffentlichen Diskurs oft betonten „Macht der Verbraucher*innen” auseinandergesetzt.

6. Dezember 2022, 19-21.30 Uhr, Ort: Schwere Reiter

Über den notwendigen Bruch mit einer kapitalistischen Logik

Moritz Zeiler (Historiker und Autor) 

Mit dem zweiten Vortrag der Veranstaltungsreihe wollen wir die Widersprüche des bestehenden Wirtschaftssystems verdeutlichen und die Frage aufwerfen, ob dieses überhaupt mit einer tatsächlichen Nachhaltigkeit verbunden werden kann.

16. Januar 2023, 19-21.30 Uhr, Ort: Schwere Reiter

Klima, Krieg und Inflation – Über Zusammenhänge, Widersprüche und Hintergründe

Fred Heussner (Sozialwissenschaftler) 

Anschließend an die beiden vorherigen Veranstaltungen wird hier von Fred Heussner der Zusammenhang der derzeitigen „Vielfach-Krise” theoretisch wie praktisch dargestellt.

27. Februar 2023, 19-21.30 Uhr, Ort: Pathos

Utopie und Klimagerechtigkeit: Wie wir mit guten Geschichten das gute Leben säen

Julia Fritzsche (Autorin und Journalistin) 

Gegen Ende unserer Reihe folgt ein positiver Ausblick. Dazu geht die Journalisten Julia Fritzsche der Frage nach, wie verschiedene Ansätze eines guten Lebens für alle, zu einer neuen Erzählung zusammengeführt werden können und so das Potential haben können, die Welt zu verändern.

6. März 2023, 19-21.30 Uhr, Ort: Pathos

Mensch ohne Welt – Warum die einst zentrale Idee der Gestaltbarkeit von Gesellschaft an Strahlkraft eingebüßt hat

Alexandra Schauer (Soziologin) 

Ausgehend vom oft zitierten Befund, die „Menschen können sich heute eher ein Ende der Welt als ein Ende des Kapitalismus vorstellen” beschäftigt sich Alexandra Schauer mit der Frage, warum die Idee der Gestaltbarkeit in der Spätmoderne verloren ging.

Vortragsreihe organisiert in Kooperation mit dem PATHOS München e.V.

Eintritt frei

Im Kreativquartier München
Schwere Reiter: Dachauer Str. 114
Pathos: Dachauer Str. 110d
80636 München

Tram- & Busstation
Leonrodplatz

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Vergangene Veranstaltung

Fünf Jahre ÖkoEsel – Alles Bio, alles gut?

Wir stellen vor:

Die Initiative kritische Nachhaltigkeit

Vor fünf Jahren wurde der erste Mitglieder-Bio-Laden in München gegründet. Finanziert durch ein solidarisches Mitgliederkonzept, hat der ÖkoEsel seitdem den Anspruch, allen, unabhängig vom Einkommen, eine gute Lebensmittelversorgung zu ermöglichen.

Doch das allein reicht (uns) nicht! Wir wollen uns zukünftig noch stärker und kritisch mit Themen rund um das Stichwort Nachhaltigkeit auseinandersetzen und rufen daher die Initiative kritische Nachhaltigkeit ins Leben.

Aus diesem Anlass fragen wir uns: Welche Rolle können wir als ÖkoEsel – zusammen mit ähnlichen Konzepten – in Bezug auf die dringend notwendige sozial-ökologische Transformation spielen? Und wieviel können wir grundsätzlich mit unserem Konsumverhalten verändern?

Ein Abend mit Stephan Lessenich

Stephan Lessenich, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt, wird hierzu eine spannende Perspektive beitragen, die unter dem Stichwort Externalisierungsgesellschaft nicht nur die globale Ungleichheit, sondern auch die dazugehörigen sozialpsychologischen Elemente in den Fokus rückt.

Dienstag, 7. März 2022
Beginn: 19 Uhr
Einlass 18:30 Uhr

Eintritt frei

Ort: Import Export Schwere-Reiter-Straße 2h
80636 München

Tram- & Busstation
Leonrodplatz

oder zur Audioversion auf Soundcloud

Impressum

Kritische Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis
Helene-Weber-Allee 17
80637 München

Mail: 
kontakt@kritische-nachhaltigkeit.de

Inhaltlich verantwortlich: ÖkoEsel – Schmidt & Rehbein GbR, Adresse wie oben.

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